Entdeckung und Beschreibung der unterirdischen Stadt Aydıntepe
Die unterirdische Stadt Aydıntepe befindet sich im Stadtteil Aydıntepe. Bayburt Die Provinz Bayburt in der Türkei birgt ein bedeutendes archäologisches und historisches Juwel. Diese antike unterirdische Stadt wurde 1988 völlig unerwartet bei Ausgrabungsarbeiten für den Bau eines Hotels unter der Leitung von Hasbi Okumuş entdeckt. Einige Quellen geben jedoch an, die Entdeckung sei erst ein Jahrzehnt später, im Jahr 1998, erfolgt. Die Stadt liegt 25 km nordwestlich von Bayburt, unterhalb eines Wohngebiets, und ist ein außergewöhnliches Beispiel menschlichen Erfindungsgeistes und Anpassungsfähigkeit.
Die unterirdische Stadt Aydıntepe wurde vollständig in vulkanischen Tuffsteinformationen errichtet und verfügt über ein Netzwerk aus Kammern, Hallen und Gängen, die alle ohne Verwendung von Baumaterialien gehauen wurden. Der unterirdische Komplex ist etwa 1 km lang und seine Bestandteile liegen 2–5 Meter unter der Oberfläche. Die miteinander verbundenen Räume sind über Gänge zugänglich, die 1 Meter breit und 2 Meter hoch sind. Darüber hinaus verfügt die Stadt über acht konische Schächte über den Gängen, die vermutlich entweder als Beobachtungspunkte oder Belüftungsschächte dienen. Trotz ihrer antiken Ursprünge sind einige Teile der Stadt im Laufe der Zeit aufgrund von Einstürzen oder späteren Bauarbeiten unzugänglich geworden.
Ein bemerkenswertes Merkmal am Eingang der unterirdischen Stadt ist ein runder Felsbrocken mit einem Durchmesser von 1.5 Metern, der dazu diente, die Stadt bei Bedarf von der Außenwelt abzuschotten. Die Anwesenheit von Gräbern oberhalb der Stadt und Wandfiguren in ihr lässt auf eine drei Jahrtausende alte Geschichte schließen, wobei Belege auf eine Nutzung während der spätrömischen oder frühbyzantinischen Epoche hinweisen. Die unterirdische Stadt diente sowohl Christen als auch Muslimen als Zufluchtsort und bot Schutz vor religiöser Verfolgung oder Krieg. Sie war mit Kellern, Lagerräumen, Wasserquellen und einem Becken ausgestattet, was auf eine gut befestigte Struktur mit Verschlussvorrichtung und Wachkammer hindeutet.
Archäologische Forschung und öffentlicher Zugang
Nach ihrer Entdeckung wurde die unterirdische Stadt Aydıntepe einer archäologischen Untersuchung unterzogen und 2008 vom Amt für die Erhaltung des Kultur- und Naturerbes zum Schutzgebiet erklärt. Ungefähr 850 Meter des unterirdischen Komplexes mit einer Fläche von 1,200 Quadratmetern wurden für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht öffentlich. Die Stätte zieht jährlich zwischen 30,000 und 35,000 Besucher an und zeigt die kulturelle und historische Bedeutung der Region.
Jüngste Aussagen der örtlichen Behörden unterstreichen die Rolle der unterirdischen Stadt als Zufluchtsort in frühchristlicher Zeit, insbesondere vor römischer Verfolgung. Die Wiedereröffnung der Stätte nach der COVID-19-Pandemie wurde mit Begeisterung aufgenommen und man erwartet steigende Besucherzahlen. Laufende Forschungs- und Erkundungsbemühungen zielen darauf ab, die bekannten Grenzen der unterirdischen Stadt weiter östlich und westlich um weitere 4 Kilometer auszudehnen und so ihre Attraktivität als Touristenziel zu steigern.
Die unterirdische Stadt Aydıntepe ist nicht nur ein Beweis für die Widerstandsfähigkeit und den Einfallsreichtum antiker Zivilisationen, sondern zieht auch weiterhin Besucher mit ihrem geheimnisvollen und historischen Reiz in ihren Bann. Mit fortschreitender Erforschung und Forschung werden das volle Ausmaß und die Bedeutung dieses unterirdischen Wunders wahrscheinlich noch deutlicher werden und zu unserem Verständnis antiker menschlicher Gesellschaften beitragen.
Quellen:




