Beit-Guvrin-Maresha-Nationalpark: Ein historischer und archäologischer Überblick
Der Beit-Guvrin-Maresha-Nationalpark liegt 13 Kilometer von Kiryat Gat entfernt im Zentrum Israelist eine Stätte von großer historischer und archäologischer Bedeutung. Der von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannte Park umfasst ein riesiges Höhlennetz sowie die Überreste der antiken Städte Maresha und Bayt Jibrin. Es ist wichtig anzumerken, dass sich die UNESCO-Auszeichnung zwar speziell auf das Höhlennetz bezieht, der Park jedoch diese historischen Städte umfasst.

Historischer Hintergrund
Die erste schriftliche Erwähnung von Maresha findet sich in der hebräischen Bibel und identifiziert sie als eine Stadt im alten Juda (Josua 15:44). Die Stadt ist bekannt für ihre Befestigung durch Rehabeam gegen Ägypter Aggression. Nach dem Fall von das Königreich Judawurde Maresha Teil des Edomiter-Königreichs. In der späten Perserzeit ließ sich eine sidonische Gemeinde in Maresha nieder, wie in den Zenon-Papyri (259 v. Chr.) erwähnt wird. Die Stadt spielte während des Makkabäeraufstands eine Rolle, der 112 v. Chr. zu ihrer Eroberung und Zerstörung durch den Hasmonäerkönig Johannes Hyrkanos I. führte. Die anschließende Verwüstung durch die Parther im Jahr 40 v. Chr. hinterließ die Stadt in Trümmern, die nie wieder aufgebaut wurden.
Beit Guvrin, in der Römerzeit als Eleutheropolis bekannt, entwickelte sich nach dem Niedergang Mareshas zur wichtigsten Stadt. Der römische General Vespasian eroberte es während des Jüdischen Krieges (68 n. Chr.) und es wurde während des Bar-Kochba-Aufstands (132–135 n. Chr.) zerstört. Als Römische KolonieIm Jahr 200 n. Chr. wurde ihr unter dem Namen „Eleutheropolis“ der Status einer Stadt verliehen.

Archäologische Ausgrabungen
Die Stätte von Maresha wurde erstmals zwischen 1898 und 1900 ausgegraben und brachte eine befestigte hellenistische Stadt zum Vorschein. Nachfolgende Ausgrabungen, insbesondere jene, die von israelischen Archäologen geleitet wurden, Amos Kloner nach 1989 haben bedeutende Funde sowohl in Maresha als auch in Beit Guvrin/Eleutheropolis ausgegraben, darunter ein römisch-byzantinisches Amphitheater, eine byzantinische Kirche und ein Kreuzritter Festung.
Einzigartige Merkmale des Parks
Sidonische Grabhöhlen
Die sidonischen Grabhöhlen, die sich durch ihre Innenmalereien auszeichnen, dienten als Familiengrabstätte von Apollophanes, dem Anführer der sidonischen Gemeinde in Beit Guvrin. In diesen Höhlen sind Malereien von echten und mythischen Tieren zu sehen, die verschiedene Aspekte von Leben und Tod symbolisieren.
Glockenhöhlen
Der Park beherbergt etwa 800 glockenförmige Höhlen, von denen viele durch unterirdische Gänge miteinander verbunden sind. Diese Höhlen erreichen ihren Höhepunkt in der Hellenistische Zeit, wurden vorwiegend zur Kreidesteingewinnung genutzt.

Kolumbien
Der Nationalpark Beit Guvrin-Maresha enthält gut erhaltene Kolumbarien aus der hellenistischen und römischen Zeit. Diese aus dem in der Gegend heimischen weichen Kalkstein gehauenen Bauwerke beherbergten Hunderte von Tauben, was auf die Bedeutung der Taubenzucht und des Nachrichtenwesens in der Antike hinweist.
Höhlenwohnungen
Der Park verfügt auch über ausgedehnte Netzwerke höhlenartiger Behausungen, die aus dem Kalksteingrundgestein gehauen wurden. Diese Behausungen, komplett mit Wasserzisternen und Mühlsteinen, unterstreichen den Einfallsreichtum der alten Bewohner bei der Nutzung natürlicher Ressourcen für ihren täglichen Bedarf.
Fazit
Der Beit Guvrin-Maresha Nationalpark bietet ein einzigartiges Fenster in die Vergangenheit und präsentiert die reiche Geschichte und das kulturelle Erbe der Region. Die archäologischen Funde der Stätte, die von Grabhöhlen bis zu Amphitheatern reichen, bieten unschätzbare Einblicke in das Leben der alten Bewohner. Als UNESCO-Weltkulturerbe zieht der Park weiterhin Forscher und Besucher an, die seine historischen und archäologischen Schätze erkunden möchten.
Quellen:




