Die mystische Höhle von Altamira: Eine Reise durch die Zeit
Die Höhle von Altamira, in der Nähe von Santillana del Mar in Kantabrien gelegen, Spanienbietet einen atemberaubenden Einblick in prähistorische Kunst. Dieser 1868 entdeckte Höhlenkomplex zeigt bemerkenswerte Kohlezeichnungen und polychrome Malereien der lokalen Fauna und menschlicher Hände aus der Jungpaläolithikumzeit vor etwa 36,000 Jahren.
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Eine zufällige Entdeckung
Die Entdeckung der Altamira-Höhle war eher zufällig. Modesto Cubillas stolperte über sie, aber es war Marcelino Sanz de Sautuola, der ihre Wunder wirklich enthüllte. Er erkannte zusammen mit seiner Tochter Maria die Bedeutung der Höhlenmalereien. Trotz des anfänglichen Beifalls lösten Sautuolas Entdeckungen eine Kontroverse unter Experten aus. Viele bezweifelten, dass prähistorische Menschen derart anspruchsvolle Kunst schaffen konnten. Diese Debatte tobte bis 1902, als weitere Entdeckungen die Echtheit der Malereien bestätigten.

Die künstlerischen Wunder
Altamiras Ruhm beruht größtenteils auf seiner beeindruckenden Kunst. Die Höhle ist etwa 1,000 Meter lang und hat verwinkelte Gänge und Kammern. Der Hauptgang ist zwischen zwei und sechs Metern hoch. Die Künstler verwendeten Kohle und Ocker oder Hämatit und verdünnten diese Pigmente oft, um Intensitätsunterschiede zu erzeugen. Sie nutzten die natürlichen Konturen der Höhlenwände, um ihren Motiven einen dreidimensionalen Effekt zu verleihen.
Einer der bemerkenswertesten Abschnitte ist die polychrome Decke, die eine Herde ausgestorbener Steppenbisons, Pferde, ein großes Reh und möglicherweise ein Wildschwein zeigt. Diese Gemälde, die auf die Magdalena Periode, enthalten auch abstrakte Formen und Handabdrücke. Solutréen-Gemälde zeigen Pferde, Ziegen und weitere Handabdrücke, die entstanden, indem man Farbe über an der Höhlenwand platzierte Hände pustete.

Ausgrabungen und Kontroversen
1879 gruben Sautuola und der Archäologe Juan Vilanova y Piera die Höhle aus und veröffentlichten 1880 ihre Ergebnisse. Ihre Arbeit stieß auf heftige Kritik, insbesondere von französischen Experten, die Sautuola der Fälschung beschuldigten. Das Fehlen von Rußflecken an den Wänden und Decken untermauerte diese Anschuldigungen. Später wurde klar, dass Markfett, das als Lampenöl verwendet wird, viel weniger Ruß produziert.
1902 zogen Gabriel de Mortillet und Émile Cartailhac ihren Widerspruch zurück. Cartailhac gab in dem berühmten Artikel „Mea culpa d'un sceptique“ sogar seinen Fehler zu. Leider erlebte Sautuola seine Rehabilitierung nicht mehr, da er 14 Jahre zuvor verstarb.

Wissenschaftliche Datierung und Konservierung
Die Datierung der Artefakte und Gemälde in Altamira ist nach wie vor Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. Eine Uran-Thorium-Datierung aus dem Jahr 2008 ergab, dass die Gemälde vor über 20,000 Jahren entstanden sind. Eine Studie aus dem Jahr 2012 datierte einige Gemälde auf 36,000 Jahre, während andere etwa 22,000 Jahre alt waren. Dieser breite Zeitrahmen weist darauf hin, dass sich die Kunst von Altamira über viele Jahrtausende entwickelt hat.
Aufgrund von Schäden durch Kohlendioxid und Wasserdampf aus der Atemluft der Besucher wurde Altamira 1977 für die Öffentlichkeit gesperrt. 1982 war der eingeschränkte Zugang wieder möglich, doch weitere Konservierungsprobleme führten 2002 zu einer weiteren Schließung. In der Nähe und in mehreren Museen weltweit wurden Nachbildungen der Höhle und ihrer Kunst angefertigt, sodass die Öffentlichkeit diese Meisterwerke bewundern kann, ohne die Originale zu beschädigen.

Kulturelle Auswirkungen
Altamiras Einfluss geht über die Archäologie hinaus. Seine vielfarbigen Malereien gelten als Wahrzeichen der spanischen Kultur. Das Tourismuslogo der kantabrischen Regierung zeigt einen der Bisons der Höhle. Die Zigarettenmarke Bisonte aus dem 20. Jahrhundert verwendete ein ähnliches Bild.
Die Höhle hat verschiedene Medien inspiriert, darunter die spanische Comicserie Altamiro de la Cueva und das Lied „Die Höhlen von Altamira“ von Steely Dan. Sogar die Geschirrlinie Primitive aus der Mitte des 20. Jahrhunderts ließ sich von Altamiras Kunst inspirieren.
Im Jahr 2016 brachte der Film „Altamira“ mit Antonio Banderas in der Hauptrolle die Geschichte der Entdeckung der Höhle auf die Leinwand und festigte so ihren Platz in der Popkultur weiter.

Fazit
Das Höhle von Altamira bleibt ein Beweis für menschliche Kreativität und Widerstandskraft. Seine Entdeckung und die darauf folgenden Kontroversen unterstreichen das sich entwickelnde Verständnis unserer prähistorischen Vorfahren. Obwohl Altamiras Erbe für die Öffentlichkeit geschlossen ist, lebt es durch Repliken und kulturelle Referenzen weiter und ermöglicht es uns, die künstlerischen Errungenschaften der alten Menschen zu bestaunen.
Quellen:
