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Ġgantija Tempel

Ġgantija-Tempel

Die auf der Mittelmeerinsel Gozo, die zum maltesischen Archipel gehört, gelegenen Ġgantija-Tempel zeugen von der architektonischen Meisterschaft der Antike. Diese prähistorischen Tempel sind älter als die Pyramiden Ägyptens und StonehengeSie stellen ein faszinierendes Rätsel dar, das Historiker und Archäologen gleichermaßen bis heute in seinen Bann zieht.

Ġgantija-Tempel

Historischer Hintergrund

Die Ġgantija-Tempel wurden in der Jungsteinzeit, etwa 3600-3200 v. Chr., erbaut und sind damit über 5500 Jahre alt. Sie sind das Werk einer Zivilisation, die vor den Pharaonen Ägyptens existierte. Der Name Ġgantija leitet sich vom maltesischen Wort für Riesen, „ġgant“, ab, da die lokale Folklore glaubte, diese Tempel seien von einer Riesenrasse erbaut worden. Die Stätte wurde erstmals 1827 ausgegraben und ist seitdem als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

Ġgantija-Tempel

Architektonische Highlights

Der Ġgantija-Komplex besteht aus zwei Tempeln mit jeweils fünf Apsiden, die nebeneinander gebaut und von einer Begrenzungsmauer umgeben sind. Die Tempel werden in der Kragtechnik gebaut, bei der horizontale Schichten aus Steinplatten übereinander gelegt werden, wobei jede Schicht weiter nach innen ragt als die darunter liegende Schicht, wodurch ein Kuppeldach entsteht. Die größten für den Bau verwendeten Steine ​​wiegen mehr als 50 Tonnen und die Mauern erreichen eine Höhe von bis zu 6 Metern. Es wird angenommen, dass die Quelle dieser Steine ​​in den nahegelegenen Steinbrüchen liegt, die Transport- und Bauweise bleibt jedoch ein Rätsel.

Ġgantija-Tempel

Theorien und Interpretationen

Die Ġgantija-Tempel sollen religiöse Stätten gewesen sein, die möglicherweise der Göttin der Fruchtbarkeit gewidmet waren, wie zahlreiche auf dem Gelände gefundene Figuren und Statuen belegen. Der Grundriss der Tempel mit einem zentralen Korridor, der zu mehreren Kammern führt, deutet auf eine komplexe rituelle oder zeremonielle Nutzung hin. Die Datierung der Stätte erfolgte durch Keramikanalyse und Radiokarbondatierung von organischem Material, das in den Tempeln gefunden wurde. Die Ausrichtung der Tempel deutet auch auf eine astronomische Bedeutung hin, möglicherweise im Zusammenhang mit den Tagundnachtgleichen oder Sonnenwenden, aber diese Theorie wird noch untersucht.

Ġgantija-Tempel

Gut zu wissen/Weitere Informationen

Trotz des Zahns der Zeit haben die Ġgantija-Tempel einige ihrer ursprünglichen Merkmale bemerkenswert bewahrt. Man kann noch die Reste des Putzes sehen, der einst die Wände bedeckte und aus einer Mischung aus rotem Ocker und tierischem Fett bestand. An der Stätte gibt es auch eine Reihe von Trankopferlöchern, in die bei Ritualen Opfergaben oder Flüssigkeiten gegossen wurden. Die Ġgantija-Tempel sind nicht nur eine Reise in die ferne Vergangenheit, sondern ein Beweis für den Einfallsreichtum und den spirituellen Glauben unserer neolithischen Vorfahren.

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