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Namazga-Tepe

Namazga Tepe

Namazga-Tepe: Ein Blick ins Zentralasien der Bronzezeit

Namazga-Tepe, eine archäologische Stätte in Turkmenistan, etwa 100 km östlich von Aşgabat und nahe der Grenze zu Iran, steht als Beweis dafür Bronzezeit Archäologischer Komplex Baktrien-Margiana (BMAC). Die Stätte ist seit den 1950er Jahren Gegenstand umfangreicher Ausgrabungen unter der Leitung namhafter Archäologen wie Vadim Mikhailovich Masson, Viktor Sarianidi und IN Khlopin. Diese Bemühungen haben wesentlich zum Verständnis der Chronologie der Bronzezeit in Turkmenistan beigetragen, insbesondere für die Zeiträume Namazga III-VI.

Vorangegangene Kulturen und Chronologie

Die Namazga-Kultur war nicht der erste, der diese Region bewohnte. Ihr ging die Jeitun-Kultur voraus, und sogar davor gab es in diesem Gebiet die Anau-Kultur, die deutlich älter ist als die Namazga-Kultur. Die Namazga-I-Periode, die ungefähr auf 4000 bis 3500 v. Chr. datiert wird, gilt als zeitgenössisch zur Anau-IB2-Periode.

Die Stätte von Namazga-Tepe selbst hat im Laufe der Zeit eine bedeutende Entwicklung durchgemacht. In der Namazga-III-Periode (ca. 3200–2800 v. Chr.) hatte sie sich in der späten Kupfersteinzeit zu einer Dorfsiedlung entwickelt. In der darauffolgenden Namazga-IV-Periode (ca. 2800–2400 v. Chr.) verwandelte sich die Stätte in ein proto-urbanes Zentrum und markierte damit die späte Regionalisierungsära.

Die Namazga-V-Periode (ca. 2400–2000 v. Chr.) ist besonders bemerkenswert für die „städtische Revolution“, die nach anatolischem Vorbild mit minimaler Bewässerung stattfand. Während dieser Zeit entwickelte sich Namazga-Tepe zu einem zentralen Produktions- und wahrscheinlich auch Regierungszentrum mit einer Fläche von etwa 60 Hektar, wobei Altyndepe wahrscheinlich als sekundäre Hauptstadt diente. Um 1600 v. Chr. wurde Altyndepe jedoch aufgegeben und Namazga-Tepe wurde deutlich verkleinert.

Die letzte Phase, Namazga VI (ca. 1800–1500 v. Chr.), entspricht der Spätbronzezeit und der Lokalisierungsära. Diese Periode ist durch den Einfall nomadischer Viehzüchter der Alexejewka- und/oder Srubna-Kultur gekennzeichnet. Darüber hinaus wurden an der Stätte detailliert bemalte Töpferwaren entdeckt, die weitere Einblicke in die künstlerischen Bestrebungen der Bewohner geben.

Niedergang und Vermächtnis

Der Niedergang von Namazga-Tepe während der Spätbronzezeit führte dazu, dass es nur als kleines Dorf überlebte, bevor es während der Achämenid Punkt. Dieser Niedergang spiegelt sich im Schicksal von Altyn-Tepe wider, einer anderen bedeutenden Stätte in Turkmenistan, die aufgrund von Bodenerschöpfung und klimatischen Veränderungen ebenfalls aufgegeben wurde.

Die archäologischen Funde von Namazga-Tepe und der umliegenden Region bieten einen Einblick in die blühende urbanisierte Zivilisation, die einst in Zentralasien. Vor den dramatischen Klimaveränderungen, die diese fruchtbare Region in eine Wüste verwandelten, war sie die Heimat einer komplexen Gesellschaft, deren Ausmaß und Bedeutung erst jetzt voll ermessen werden.

Fazit

Die Untersuchung von Namazga-Tepe und seiner kulturellen Chronologie liefert wertvolle Einblicke in die Entwicklung und den Niedergang der Zivilisationen der Bronzezeit in Zentralasien. Die archäologischen Funde dieser Stätte tragen nicht nur zu unserem Verständnis der Vorgeschichte der Region bei, sondern verdeutlichen auch die Auswirkungen von Umweltveränderungen auf menschliche Gesellschaften. Mit fortschreitenden Ausgrabungen und Forschungen werden das Erbe von Namazga-Tepe und sein Platz in der umfassenderen Erzählung der alten zentralasiatischen Zivilisationen zweifellos weiter beleuchtet.

Quellen:

Wikipedia
Steemit